Was macht uns intelligent?

Eine aktuelle Reihe in der Zeit wirft die Frage danach auf, was uns eigentlich intelligent macht. In drei Artikeln soll versucht werden dieser Frage auf den Grund zu gehen. In der am 28.05.15 erschienenen Ausgabe der Zeitung ging es vor allem um die Unterschiede in der Entwicklung von Kleinkindern und Kindern in der ersten Klasse. Eine entscheidende Rolle spielt in diesem Zusammenhang nach neuesten Erkenntnissen der alltägliche Umgang der Eltern mit dem Kind vor allem in der frühkindlichen Entwicklungsphase.

Prinzessin vs. Kopffüßer

Besonders schockierend war das Bild, das der Artikel von zwei kurz vor der Einschulung stehenden Kindern  zeichnet. Eines der Kinder stammt aus einem sozial gutgestellten Haushalt, während das andere Kind in einer Familie mit sozial und finanziell knappen Ressourcen heranwächst.  Das schockierende ist, dass der Artikel zwei Zeichnungen der Kinder zeigt, die den unterschiedlichen Entwicklungsstand der Kinder bei der Einschulungsuntersuchung  verdeutlicht.  Während das Kind, dessen Eltern dem Bildungsbürgertum angehören, eine kleine Prinzessin malt, die eine Krone auf dem Kopf hat und einen weiten Mantel trägt, deren Gliedmaßen man als solche erkennen kann, zeichnet das andere Kind etwas, das der Artikel in der Zeit mit dem Begriff Kopffüßer umschreibt. Und tatsächlich fällt es schwer in dem letzteren Bild einen Menschen zu erkennen.  Der zu diesen Zeichnungen interviewte Amtsarzt  erörtert, dass er anhand dieser Untersuchungen mit großer Genauigkeit vorhersagen könne, welches der Kinder später einmal ein Gymnasium besuchen wird und welches gerade einmal einen Hauptschulabschluss erlangen wird.

Matti und Emmi

Entscheidend ist vor allem das häusliche Umfeld

Neueste Studien gehen davon aus, dass die Schule solch gravierenden Unterschiede im Entwicklungsstand der Kinder wenn überhaupt nur sehr unzureichend ausgleichen kann. Bislang ging man davon aus, dass der Besuch einer Kindertagesstätte Kindern aus sozial und finanziell schwächeren Familien zu Gute kommt, doch scheint nun auch diese These verworfen zu werden. Denn sozial besser gestellte Familien schicken ihre Kinder häufiger und vor allem länger in die KiTa als Familien mit einem sozial schwierigen Hintergrund, so dass Kinder, die von vorne herein in besseren Verhältnissen aufwachsen ihren Entwicklungsvorsprung noch ausbauen können, während Kinder aus ungünstigen Verhältnissen noch weiter zurückfallen. Man spricht hier von einer kumulativen Entwicklung.

Wichtig sei es viel mehr die Kinder bereits in einer sehr frühen Phase ihrer Entwicklung aufzufangen und sie nicht – wie bisher – in der KiTa oder der Grundschule zu fördern, sondern in ihren Familien. Wichtig sei es die Eltern bei ihrer Erziehungsaufgabe zu unterstützen und zu begleiten.

Ausschlaggebend für Chancengleichheit ist laut den neuen Erkenntnissen also nicht, wie bislang angenommen die Förderung der Kinder in der KiTa oder Schule, sondern viel mehr die alltägliche Förderung zu Hause. So habe man festgestellt, dass Kinder, deren Eltern viel mit ihnen reden und ihnen vorlesen, später in der Schule bessere Noten erzielen, als Kinder, deren Eltern dies nicht tun. Und ob Eltern sich mit ihren Kindern beschäftigen, hängt leider auch stark vom sozialen Umfeld ab, in dem sich die Familie bewegt.

Buecher Bilden

Wir tun etwas für mehr Bildungsgerechtigkeit

Zugegeben ein bisschen geärgert haben wir uns schon, dass die Zeit unser gemeinnütziges Unternehmen in ihrem Artikel nicht erwähnt hat, denn unser Angebot baut auf eben jene Erkenntnisse: Wir wollen die Kinder innerhalb ihrer Familien fördern und die Eltern motivieren sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, in dem wir den Eltern zum einen eine Unterstützung bei der Erziehung der Kinder anbieten und zum anderen Kinderbücher in die Familien geben, damit den Kindern häufiger vorgelesen wird und die Eltern öfter mit ihnen interagieren.

Nichts desto trotz bestärken die Erkenntnisse, die der Artikel in der Zeit anführt unsere Motivation und unseren Glauben an Konzept und Produkt unseres Unternehmens. Die Studien untermauern unseren Ansatz und veranschaulichen einmal mehr, wie dringend notwendig es ist etwas gegen eine solche Chancenungleichheit in Deutschland zu tun.

Wir wollen möglichst vielen Kindern in Deutschland Chancengleichheit ermöglichen, aber dazu brauchen wir deine Hilfe. Denn du kannst uns helfen anderen zu helfen, in dem du unser Projekt bekannt machst oder uns mit einer Spende unterstützt. #Werdeaktiv denn #lesenbildet. Klick dich rein unter: betterplace.org

Text: Julius Bertram

Bilder: Pinterest, Librileo, Marc Müller

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