Ein Hoch auf diese Aktion – #unten! Denn es ist endlich eine Aktion, um auf Armut aufmerksam zu machen. Auf Twitter wird seit gestern mit den Hashtag #unten getwittert. Vielen Menschen haben sich schon angeschlossen und berichten von ihren Armutserfahrungen.

Kippen, Bier und Co.: Ein Leben #unten sieht anders aus

Armut bedeutet nicht gleich Schmarotzer!!!!!!! Doch leider glauben viel zu viele Menschen genau das. Viel zu viele Menschen verurteilen andere, weil sie Hartz 4 beziehen und nicht arbeiten gehen. Ein Dilemma! Denn sie wissen nicht, wieso diese Menschen in Armut leben und Leistungen beziehen müssen. Sie können es sich nicht mal vorstellen, dass ein Leben mit Hartz 4 anstrengend und belastend sein kann.

Viele denken, dass die Familien ihr Geld eh nur für Kippen und Bier zum Fenster rauswerfen und einfach schlechte Menschen sind, die ihre Kinder vernachlässigen. Was sie jedoch nicht sehen, sind all die Herausforderungen, vor denen arme Menschen tagtäglich stehen: Familien in Armut sind finanziell benachteiligt, von der Gesellschaft abgehängt und häufig gefangen in einem Teufelskreis. Sie haben es unglaublich schwer, sind dadurch verständlicherweise auch mal frustriert und dann werden ihnen auch noch regelmäßig unnötig noch mehr Steine in den Weg gelegt.

Im Löwenladen ist #unten Alltag der Kinder

Ich möchten sehr gern auch ein paar Geschichten beisteuern, die unser Team selbst im Löwenladen in Berlin Hellersdorf, einem Stadtteil in dem vielen Familien in prekären Verhältnissen leben, miterlebt habt:

„Ich war heute nicht in der Kita. Ich durfte zuhause bleiben. Die anderen Kinder haben einen Ausflug gemacht, aber meine Mama hatte kein Geld.“   #unten

„Hilfe! Meine Hose ist gerissen. Hat jemand eine Hose für mich? Ich habe keine mehr“. #unten

Es donnert draußen. Und ein kleiner Junge überlegt, ob es sein Magen oder der Donner ist, denn er so einen großen Hunger, dass sein Magen laut rebelliert.  #unten

Um die Welt ein kleines Stück besser zu machen und Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen, haben Julius und ich „Librileo gemeinnützig“ gegründet. Wir wollen Kindern Zugang zu Kinderbüchern ermöglichen. Denn es ist bewiesen, dass Kinder, die Lesen besser auf die Schule vorbereitet sind. Kinderbücher zu lesen, bedeutet auch Eintauchen in eine andere Welt und beim gemeinsamen Lesen lässt es sich auch sehr gut kuscheln. Unser Leseförderprogramm beinhaltet altersgerechte Bücherboxen und Vorleseveranstaltungen. Beides kann kostenfrei über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) beantragt werden. Ein weiteres herzensprojekt von uns ist der Löwenladen, mit dem wir einen Wohlfühlort für Familien schaffen möchten, die im Alltag mit Armut konfrontiert sind und wissen, wie es sich anfühlt, #unten zu sein.

#unten – Betroffene berichten auf Twitter und Co.

Zum Schluss – hier noch ein paar Zitate, die man auf Twitter unter dem Hashtag #unten finden kann.

Ich bin sehr froh, dass es diese Aktion gibt und hoffe sehr, dass es noch eine Weile mit ganz vielen #unten Zitaten und Geschichten von Betroffenen weitergeht. Denn es MUSS ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass sehr viele Menschen in Deutschland in schwierigen Lebenslagen leben – und nicht dem faulen, gleichgültigen Hartz IV-Klischee von Sendungen wie „Armes Deutschland“ entsprechen!!! Menschen, die nicht in Armut leben, leben häufig in einer Blase und bekommen gar nicht mit, wie es sich anfühlt #unten zu sein!

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