Wie gelingt der Lesespaß? – Dialogisch und altersgerecht vorlesen

 

Zu deiner Lesestunde können Kinder verschiedener Altersstufen kommen. So kannst du eine Gruppe mit zwei-drei Babys und einer Mehrheit von Kindern im Alter 3 – 4 Jahren haben. Alle Kinder möchten deine Aufmerksamkeit, wie auch ihr Interesse an den Geschichten zeigen. Die Eltern sind auch dabei und sollen einbezogen werden. Wie gelingt eine Lesestunde, an der alle Kinder, Eltern und du Spaß haben?

 

Vor der ersten Geschichte

  • Wenig Ablenkung: Wähle einen möglichst ruhigen Ort (Raum/Ecke) zum Vorlesen. Je weniger Ablenkung (u.a. Spielzeuge, Geräusche, Gespräche um die Kinder herum), desto mehr Aufmerksamkeit beim Vorlesen.
  • Bücher auf den Boden: Leg die Kinderbücher aus – die Titelseiten sollen für Kinder gut sichtbar sein. Deine Zuhörer orientieren sich anhand der Bilder.
  • Sitzordnung: Lass Kinder und ihre Eltern im Halbkreis vor dir sitzen. Halte das Buch beim Vorlesen seitlich neben dir – so können alle das Buch sehen, die Bilder entdecken und der Geschichte folgen.
  • Vertrauen stiften: Beobachte die Kinder und ihre Eltern – sind sie entspannt oder eher zurückhaltend oder sogar ängstlich? Lächeln bringt Herzen zum Schmelzen; sei nett und geduldig – das Vertrauen wird sich mit der Zeit etablieren.
  • Freundliche Begrüßung: Heiß die Kinder und ihre Eltern herzlich willkommen. Stell dich und Librileo kurz vor. (Ein Beispiel für eine Begrüßungssituation findest du im Vorleseleitfaden.)
  • Kleine Vorstellungsrunde: Frag die Kinder, wie sie heißen. So lernt ihr euch gegenseitig kennen und könnt Vertrauen aufbauen.
  • Mitspracherecht: Stell den Kindern das Thema der Lesestunde und deine Buchauswahl vor. Lass sie entscheiden, mit welchem Buch ihr beginnen wollt.

 

Die Zauberworte: dialogisch & altersgerecht

  • Dialog anregen: Geh mit den Kindern immer wieder ins Gespräch/Interaktion. Je mehr du sie aktiv miteinbeziehst, desto größer ist der Spaßfaktor und Lerneffekt.
  • Kinder machen mit: Gib den Kindern Möglichkeiten, das Vorlesen aktiv mitzugestalten. Lass sie die Bücher auswählen, Seiten umblättern oder ermuntere sie, dir Fragen zu stellen.
  • Neugier ist gut: Frag nach, geh individuell auf Bilder ein oder mach verschiedene Anmerkungen. Fang zunächst mit einfachen Fragen an (z.B. Ja/Nein-Fragen). Je nachdem, wie schnell und aktiv deine Zuhörer sind, kannst du den Schwierigkeitsgrad der Fragen erhöhen.
  • Brücken schaffen: Frag Kinder und ihre Eltern nach Situationen oder Beispielen aus dem Buch. Nimm dabei Bezug zu Alltagssituationen. Pass deine Fragen an das Alter der Kinder an. (Zahlreiche Beispiele dafür findest du in deinem Librileo-Vorleseleitfaden.)
  • Bleib spontan: Stell dich situationsbedingt auf die Kinder ein. Sie haben verschiedene Interessen und einen unterschiedlichen Entwicklungsstand.
  • Lebendige Geschichten: Lass auch deine Mimik und Gestik sprechen. Sprich betont, staune, mach Geräusche oder imitiere die Stimmen in der Geschichte. So erzeugst du Spannung, Neugier und Interesse seitens der Kinder. Unterschiedliche Kinder folgen der Geschichte unterschiedlich schnell – achte deshalb auf dein Lesetempo und Pausen.

 

Das Sahnehäubchen deiner Lesestunde

  • Sei entspannt: Du trägst nicht die Verantwortung für die Kinder, ihre Sprachförderung oder ihr Verhalten. Hierfür sind die Eltern und Vorleseort-MitarbeiterInnen da.
  • Nichtbuchmaterialien: Du kannst deiner Fantasie freien Lauf lassen und dir Hilfsmittel zur Lesestunde mitbringen, wie z.B. eine (neue) Zahnbürste zum Thema Zähneputzen oder ein Spiel zum Thema Freizeitgestaltung. Ihr könnt auch gemeinsam Malen oder Basteln. (Dazu findest du viele Tipps in deinem Librileo-Vorleseleitfaden.)
  • Ein Extra für Babys: Hab zwei bis drei Fühl- und/oder Knisterbücher, einen kleinen Ball oder ein anderes waschbares Spielzeug immer dabei. Du musst nicht immer alle Kinder gleichzeitig einbeziehen. Für Kinder ist es mitunter auch spannend, das Geschehen zu beobachten.

Kleine Rituale: Schließ die Lesestunde mit einer Zusammenfassung ab. Was habt ihr heute gelernt? Was gefiel den Kindern besonders gut? Spielt ein kleines Spiel oder singt ein Lied zum Abschluss (u.a. Alle Leut’ gehen jetzt nach Haus). Falls dir Singen nicht liegt, hört euch ein Lied an. Verabschiede dich und sag, wann du das nächste Mal vorliest.

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