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Streiten und Vertragen

Streiten und Vertragen gehört zur Kindheit einfach dazu. Streiten kann sich für Kinder sogar positiv auswirken. Es stärkt ihre Bindungsfähigkeiten und auch die Freundschaften untereinander. Kinder streiten sich besonders oft, wenn sie einen Entwicklungsschub durchleben oder ein Umbruch stattfindet. Dennoch ist das Vertragen genauso wichtig wie das Streiten.

Im Folgenden gibt es ein paar hilfreiche Tipps und Infos hierzu.

Die wichtigsten Tipps zuerst

Bildnummerierung eins

Die Familie dient als Ort, das Streiten zu lernen, denn in der Familie sollte nie Platz für nachtragendes Verhalten sein. Streitet und vertragt euch immer wieder. So lernt dein Kind wie normal, aber auch wichtig es ist.

Bildnummerierung zwei

Gewalt sollte nie eine Rolle in einem Streit spielen.

Bildnummerierung drei

Übt in Rollenspielen das Streiten und Vertragen. Dein Kind lernt, wie es sich in Streitfällen verhalten kann.

Bildnummerierung vier

Biete deinem Kind nach einem Streit dennoch Trost und Zuwendung an.

Bildnummerierung fünf

Seid nicht nachtragend. Es ist wichtig, mit einer Streitigkeit komplett abzuschließen.

Bildnummerierung sechs

Gefühle sind in einem Streit erlaubt. Wendet sie allerdings nicht gegeneinander an.

Bildnummerierung fünf

Verbiete deinem Kind nicht, sich zu streiten. Dein Kind muss lernen, wie Konflikte gelöst werden können.

Bildnummerierung sechs

Erwachsene müssen sich nicht in Streitigkeiten einmischen, in denen es nötig ist.

 

Strategien zum Streit schlichten

1. Einfach aufhören:

Kinder machen es sich oft beneidenswert einfach. Sie hören schlicht auf, sich zu streiten. Nach der Frage: „Willst du wieder mein Freund sein?“, wird einfach weitergespielt.

2. Sich entschuldigen:

Sich entschuldigen: Kindern geht es nicht darum, Schuld anzuerkennen. Für sie ist es eine bloße Formel, einen Streit aufzulösen. Kinder sind nur selten nachtragend, für sie geht das Spiel nach einer Entschuldigung einfach weiter.

3. Sich aus dem Weg gehen:

Wenn zwei zankende Kinder auseinander gehen, ist das meist die beste Entscheidung, die auch zugelassen werden sollte. Nach etwas Beruhigung finden sie schnell wieder zueinander und haben alles vergessen.

4. Nachgeben:

Manchmal geben Kinder auch intuitiv einfach mal nach. Es ist sehr lobenswert, wenn ein Kind auch nachgeben kann und dem Anderen den Vortritt gibt. Durch das Nachgeben werden Konflikte schon entschärft bevor sie beginnen.

Weitere Strategien, wie einen Kompromiss zu suchen oder sich Fehler eingestehen, kommt meist erst bei Kindern ab 10 Jahren vor. Wichtig ist es, den Kindern schon früh zu erklären, dass es verschiedene Wege gibt, Streitigkeiten zu lösen.

Streitregeln für Kinder:

  • keine Gewalt untereinander.
  • untereinander immer fair bleiben – die Unterlegenheit von Kleineren oder Schwächeren darf nicht ausgenutzt werden
  • Gefühle dürfen und sollen gezeigt werden, dürfen aber nicht vom Anderen ausgenutzt werden.
  • Jeder muss ab und zu auch mal nachgeben und sich entschuldigen können.
  • Wenn einer dem Streit aus dem Weg gehen möchte, sollte das akzeptiert werden.
  • Sich gegenseitig Kompromisse anbieten ist genauso wichtig, wie eine Entschuldigung.
  • Es muss nicht immer einen Sieger und einen Verlierer geben.

Fragen und Antworten

 

Wann muss ich mich in Streitigkeiten einmischen?

Erwachsene müssen sich nicht immer in die Streitigkeiten der Kinder einmischen. Es ist sehr wichtig, dass Kinder auch Konfliktlösungsmöglichkeiten kennenlernen und anzuwenden lernen. Wenn Kinder untereinander laut diskutieren, dann gibt es keine Notwendigkeit sich einzumischen. Solange die Kinder sachlich bleiben sind die Chancen groß, dass sie den Konflikt eigenständig lösen können. Erst wenn sie anfangen sich zu beleidigen oder auch körperlich werden, gehe dazwischen und ziehe ganz deutlich eine Grenze. Mache klar, dass du das nicht möchtest. Es sollen weder Ausdrücke fallen, noch sollen sie sich schubsen, treten oder ähnliches. An diesem Punkt können die Kinder sich nur selten und sehr schwer selbst aus dieser Situation herauslösen und benötigen hierzu Hilfe.

Soll ich mein Kind bestrafen, wenn es ein anderes Kind gehauen hat oder Schikmpfwörter benutzt hat?

In wie weit eine Bestrafung angemessen ist, ist deine Entscheidung. Es ist nur sehr wichtig, dass du deinem Kind deutlich erklärst, dass du weder körperliche Aktionen gegen andere Kinder, noch Ausdrücke akzeptierst und so etwas nicht möchtest. Erkläre deinem Kind, warum dies der falsche Umgang mit Anderen ist und wie man sich stattdessen verhalten sollte. Wichtig ist, dass sich dein Kind an dir orientieren kann und es dich ernst nimmt. Aus diesem Grund solltest du auch stets mit einem guten Beispiel vorangehen. Zeige deinem Kind Möglichkeiten, wie man Konflikte verbal lösen kann.

Darf mein Kind den Streit zwischen mir und meinem Partner miterleben?

Natürlich darf ein Kind miterleben, wie sich seine Eltern streiten. Es ist wichtig, dass dein Kind weiß, dass Streitigkeiten völlig normal sind. Dennoch gehören auch Versöhnungen dazu und sind genauso wichtig. Für Kinder ist es sehr verunsichernd, wenn sie einen Streit der Eltern mitbekommen, ihnen aber später gesagt wird, dass es keinen Streit gebe. Mit ihrer blühenden Fantasie malen sich Kinder folglich schnell das Schlimmste aus. Viel einfacher und sinnvoller ist es dem Kind beispielsweise zu sagen: „Wir sind gerade sauer aufeinander, weil wir unterschiedliche Meinungen haben. Aber wir werden uns bald wieder vertragen.“ Dein Kind sollte gezeigt oder gesagt bekommen, dass es mit ihm nichts zu tun hat. Dennoch sollten Eltern auch in Streitigkeiten niemals ihre Vorbildfunktion verlieren und auf Ausdrücke und Gewalt zu jeder Zeit verzichten.

Streit zwischen Eltern und Kindern

Erlaubt:

  • laute Diskussionen
  • Meinungsverschiedenheiten
  • schreien
  • weinen

Verboten:

  • Gewalt
  • Ausdrücke
  • Ironie und Sarkasmus
  • ein schlechtes Gewissen machen

Gewünscht:

  • Gleichberechtigung
  • Verständnis für den Anderen
  • nach dem Streit Trost und Versöhnung
  • den Anderen ausreden lassen

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